Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN besucht die OSTWIND-Gruppe in Regensburg

Wie soll es poli­tisch wei­ter­ge­hen mit der Ener­gie­wen­de? Simo­ne Peter, Bun­des­vor­sit­zen­de von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Eike Hal­litz­ky, Lan­des­vor­sit­zen­der von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bay­ern, besu­chen die OST­WIND-Grup­pe, die zu den füh­ren­den deut­schen Akteu­rIn­nen im Bereich Onshore-Wind­ener­gie zählt, um genau dar­über spre­chen. Dis­ku­tiert wird ins­be­son­de­re über die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen der Erneu­er­ba­ren-Ener­gi­en-Bran­che und die Chan­ce auf eine zügi­ge­re Ener­gie­wen­de nach der Bun­des­tags­wahl. Die der­zei­ti­ge Decke­lung beim Aus­bau der Erneu­er­ba­ren sei schnellst mög­lich auf­zu­he­ben, um die in Paris ver­ein­bar­ten Kli­ma­schutz­zie­le zu errei­chen, so die gemein­sa­me Forderung.

Ganz im Lich­te der Bun­des­tags­wahl steht der Besuch aus Ber­lin und rückt dabei die Ener­gie­wen­de und den Kli­ma­schutz in den Fokus der Dis­kus­si­on. Für die Vor­stän­din der OSTWIND AG, Gise­la Wend­ling-Lenz, den Vor­stand, Ulrich Lenz, und die Geschäfts­füh­rer Dr. Rolf Bun­gart und Jörg Zin­ner ist klar, dass Wind­ener­gie und grü­ne Poli­tik prin­zi­pi­ell gut zusam­men­pas­sen, jedoch müs­se sich auch die­se Kom­bi­na­ti­on in der Rea­li­tät bewäh­ren und kri­tisch hin­ter­fra­gen lassen.

Poli­tik und Wind­kraft – Freun­de oder Feinde?

Das Jahr 2017 steht für eine Zei­ten­wen­de: Ein viel zu enger Kor­ri­dor beim Aus­bau der Wind­ener­gie, eine rein wett­be­werb­li­che Ver­gü­tung des Öko-Stroms und eine je nach Bun­des­land sehr unter­schied­li­che Qua­li­tät in der Umset­zung der Ener­gie­wen­de haben auch die OST­WIND-Grup­pe stark gefor­dert. „Sind das aktu­el­le Erneu­er­ba­ren-Ener­gi­en-Gesetz (EEG) und das Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren für Wind­kraft über­haupt geeig­ne­te Instru­men­te, um Ener­gie­wen­de und den Kli­ma­schutz in Deutsch­land vor­an­zu­brin­gen?“, fragt Geschäfts­füh­rer Dr. Rolf Bun­gart deshalb.

Simo­ne Peter und Eike Hal­litz­ky spre­chen sich klar für das EEG aus, denn damit habe man in den letz­ten 17 Jah­ren den Öko­strom­an­teiI mehr als ver­fünf­fa­chen kön­nen. Jedoch sehen sie auch, dass es drin­gend einer Wei­ter­ent­wick­lung bedür­fe, wenn bis 2030 die Voll­ver­sor­gung aus Erneu­er­ba­ren geschafft wer­den soll. „Des­we­gen wol­len wir die Brem­sen, die die Gro­ße Koali­ti­on den Erneu­er­ba­ren ver­passt hat, wie­der lösen und das EEG novel­lie­ren“, fasst Peter zusam­men. OSTWIND und GRÜNE bli­cken in die­sem Zusam­men­hang mit Sor­ge auf die Ent­wick­lung in Nord­rhein-West­fa­len. Eine solch nega­ti­ve Kehrt­wen­de bei der Kli­ma­po­li­tik müs­se bei der Bun­des­tags­wahl ver­hin­dert wer­den. „Der Aus­bau der kos­ten­güns­ti­gen Wind­ener­gie hat sich an den Kli­ma­schutz­zie­len zu ori­en­tie­ren“, argu­men­tiert Peter, „und darf nicht will­kür­lich aus­ge­bremst werden.“

Ganz unmit­tel­bar gel­te es zudem die Sys­tem­feh­ler im aktu­el­len Aus­schrei­bungs­ver­fah­ren des EEG 2017 zu repa­rie­ren und die an sich schon knap­pen Leis­tungs­vo­lu­mi­na nicht noch wei­ter zu redu­zie­ren. Vor­aus­set­zung für einen fai­ren Wett­be­werb sei das Vor­lie­gen einer immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gung auch für die soge­nann­ten Bür­ger­en­er­gie­ge­sell­schaf­ten, damit der Aus­bau der Erneu­er­ba­ren in den gefor­der­ten Bah­nen ver­lau­fen könne.

Job­kil­ler Ausschreibungsverfahren

lm Solar­be­reich sei­en durch fal­sche Wei­chen­stel­lun­gen der Bun­des­re­gie­rung bereits 50.000 bis 60.000 Jobs weg­ge­fal­len, auch die Bio­en­er­gie­bran­che habe stark gelit­ten. Wenn es der Wind­ener­gie nicht genau­so erge­hen sol­le, dann brau­che es ein kla­res indus­trie­po­li­ti­sches Bekennt­nis zur Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Bran­che in Deutsch­land, so Peter. Als gro­ße Pro­jek­tie­re­rin für Wind­ener­gie an Land teilt OSTWIND die­se Sor­ge. Von der aktu­el­len Poli­tik gäbe es zwar kla­re Bekennt­nis­se zur kri­sen­ge­schüt­tel­ten Auto­mo­bil­in­dus­trie, die erneu­er­ba­ren Zukunfts­tech­no­lo­gi­en bräuch­ten jedoch eben­so star­ke Befür­wor­te­rIn­nen, die auch auf EU-Ebe­ne für den wei­te­ren Aus­bau und eine gere­gel­te Ver­gü­tung kämpfen.

Zudem dür­fe Deutsch­land die Digi­ta­li­sie­rung nicht ver­schla­fen, ergänzt Geschäfts­füh­rer Jörg Zin­ner. Dezen­tra­le Ener­gie­wen­de funk­tio­nie­re nur mit Sek­to­ren­kopp­lung hin­sicht­lich Wär­me und Ver­kehr und der dazu­ge­hö­ri­gen Digi­ta­li­sie­rung. Zen­tra­lis­tisch sei die Ener­gie­wen­de nicht prak­ti­ka­bel. Auch Peter und Hal­litz­ky kön­nen dem nur bei­pflich­ten: „Wir set­zen wei­ter­hin stark auf Dezen­tra­li­tät und die damit eng ver­bun­de­ne Betei­li­gung von Bür­ge­rin­nen und Bür­gern. Das Mit­mach-Gefühl ist ent­schei­dend für die Akzep­tanz der Ener­gie­wen­de.“ Dies ent­sprä­che auch der lang­jäh­ri­gen Erfah­rung und Pra­xis von OSTWIND, bestä­tig­ten Gise­la Wend­ling-Lenz und Ulrich Lenz, Grün­de­rin und Grün­der der mit­tel­stän­di­schen Firmengruppe.

Gemein­sam in die glei­che Richtung

OSTWIND, die Bun­des­vor­sit­zen­de der Grü­nen und der Lan­des­vor­sit­zen­de der baye­ri­schen Grü­nen sind sich einig: Alles, was die Ener­gie­wen­de aus­bremst, muss poli­tisch über­dacht wer­den. Denn die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler neh­men sehr deut­lich wahr, wie dras­tisch und schnell sich das Welt­kli­ma wan­delt. Eine Umfra­ge des Insti­tuts Kant­ar Emnid im Auf­trag der Fun­ke-Medi­en­grup­pe ergab zwei Mona­te vor der Bun­des­tags­wahl, dass die größ­te Angst der Deut­schen der Kli­ma­wan­del ist, selbst Alters­ar­mut, Ter­ror­an­schlä­ge oder Krie­ge lie­gen dahin­ter. Auch des­halb müs­se noch deut­li­cher kom­mu­ni­ziert wer­den, dass ins­be­son­de­re ein Sek­tor rele­van­te CO2-Ein­spa­run­gen leis­ten kön­ne: die Erneu­er­ba­ren, so Peter.