Rechtsextremismus erfolgreich verhindern

Am 3. Febru­ar war Bea­te Wal­ter-Rosen­hei­mer, Spre­che­rin für Jugend­po­li­tik der Bun­des­tags­frak­ti­on von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, zu Besuch in Regens­burg. Das The­ma des Tages war Rechts­ex­tre­mis­mus bei Jugendlichen.

Nach eini­gen Ter­mi­nen mit dem grü­nen Kreis­ver­band Regens­burg Stadt hat­te die GRÜNE JUGEND Regens­burg zur Info­ver­an­stal­tung unter dem Titel „Ein- und Aus­stieg aus der rech­ten Sze­ne – Rea­li­tät und Kon­zep­te“ gela­den. Einem kur­zen Input der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten und des Neo­na­zi-Aus­stei­gers Felix Ben­ne­cken­stein folg­ten knapp zwei Stun­den ange­reg­ter Dis­kus­si­on. Dabei wur­den ver­schie­de­ne Aspek­te vom Ein­stieg bis zum Aus­stieg beleuch­tet und diskutiert.

Nach den inter­es­san­ten Hin­ter­grund­ge­sprä­chen mit Fach­leu­ten wie dem Regio­nal­be­auf­trag­ten für Demo­kra­tie und Tole­ranz, dem Geschäfts­füh­rer des evan­ge­li­schen Bil­dungs­wer­kes sowie dem Vor­stand des Ver­eins „Kei­ne Bedie­nung für Nazis e.V.“, war es sehr span­nend am Abend mit Felix Ben­ne­cken­stein zu spre­chen, der selbst tief in der rechts­ex­tre­men Sze­ne ver­wur­zelt war. Sehr beein­druckt hat mich die Ent­schlos­sen­heit und Kraft, mit der er den Aus­stieg bewäl­tigt hat und nun ande­re Aus­stei­ge­wil­li­ge berät. Das kla­re Resu­mee nach die­sem Tag: Man muss sich dem Rechts­ex­tre­mis­mus in all sei­nen Aus­wüch­sen ent­ge­gen­stel­len!“, fasst Bea­te Wal­ter-Rosen­hei­mer den Tag zusammen.

Wie vie­le ande­re Jugend­li­che auch ist Felix Ben­ne­cken­stein über sei­nen Freun­des­kreis und über rechts­ra­di­ka­le Musik in die Neo­na­zi-Sze­ne abge­rutscht. „Dem vor­zu­beu­gen ist oft nicht ein­fach. In unse­rer Dis­kus­si­ons­run­de sind wir schnell auf das The­ma Bil­dung gekom­men, das wir als Dreh- und Angel­punkt der Prä­ven­ti­on sehen. Hier muss der Ansatz­punkt sein, um der Radi­ka­li­sie­rung von Jugend­li­chen vor­zu­beu­gen.“ erklärt Ste­fan Chris­toph, Kreis­vor­sit­zen­der der Regens­bur­ger Grü­nen. „Denn nur durch geschul­tes, kri­ti­sches Hin­ter­fra­gen von Aus­sa­gen kann eine Radi­ka­li­sie­rung ver­hin­dert oder zumin­dest erschwert wer­den. Felix Ben­ne­cken­stein hat mit sei­ner Geschich­te gezeigt, wie Schu­le und ande­re Schutz­me­cha­nis­men ver­sa­gen kön­nen“, so Chris­toph wei­ter. „Wir müs­sen als Gesell­schaft wach­sam sein und früh­zei­tig auf rechts­ra­di­ka­le Ten­den­zen reagie­ren!“, meint Chris­toph gera­de auch im Hin­blick auf aktu­el­le gesell­schaft­li­che Diskurse.

Doch nicht nur der Ein­stieg in die rech­te Sze­ne war gro­ßes The­ma des Abends, son­dern vor allem auch der Aus­stieg aus ihr.
„Felix Ben­ne­cken­stein hat erzählt, dass er für sei­nen Aus­stieg etwa vier Jah­re benö­tigt hat. Hier hat es ein­deu­tig an pro­fes­sio­nel­ler Hil­fe geman­gelt. Wir sehen dabei die Poli­tik in der Pflicht, Pro­gram­me für Aus­stei­ge­rin­nen und Aus­stei­ger stär­ker zu unter­stüt­zen.“, ergänzt The­re­sa Eber­lein, Spre­che­rin der GRÜNEN JUGEND Regens­burg. „Bis 2015 wur­den die­se Pro­gram­me aus­schließ­lich jähr­lich befris­tet geför­dert, was eine lang­fris­ti­ge Pla­nung unmög­lich gemacht hat. Dies hat­te zur Fol­ge, dass Ehren­amt­li­che einen gro­ßen Teil der Arbeit über­nom­men haben. Die­ses Jahr wur­de die För­de­rung erst­mals für einen Zeit­raum von fünf Jah­ren bewil­ligt, was wir sehr begrü­ßen. Doch das ist bei wei­tem nicht aus­rei­chend! Gera­de in einen so wich­ti­gen Bereich wie der Dera­di­ka­li­sie­rung muss inves­tiert wer­den!“, for­dert Eber­lein. „Beson­ders beein­dru­ckend fan­den wir auch die hohen Erfolgs­ra­ten. Nahe­zu jeder Neo­na­zi, der sich bei EXIT mel­det, steigt auch erfolg­reich aus. Hier lohnt es sich, die bestehen­den Pro­jek­te aus­zu­bau­en und wei­ter­ge­hen­de Kon­zep­te zu erarbeiten.“