Volles Haus bei den Grünen: Zwischen Wirtschaft und Umwelt gehört kein oder!

Unser Direkt­kan­di­dat und MdL Jür­gen Mis­tol eröff­ne­te die Ver­an­stal­tung und sprach sich für ein welt­of­fe­nes Regens­burg und ein Euro­pa ohne Schlag­bäu­me aus. Stadt­vor­sit­zen­de Maria Simon stell­te die Gäs­te des Abends vor: Grü­nen Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der und Spit­zen­kan­di­dat Lud­wig Hart­mann, REWAG- Vor­sit­zen­der Olaf Her­mes und Lamms­bräu-Geschäfts­füh­re­rin Susan­ne Horn sind der Ein­la­dung zur Podi­ums­dis­kus­si­on gefolgt. In kur­zen State­ments stell­ten sie ihre Stand­punk­te zum The­ma Wirt­schaft und Umwelt dar.

Lud­wig Hart­mann plä­diert für ein intel­li­gen­te­res, flä­chen­spar­sa­me­res Bau­en, das sich mehr am Bevöl­ke­rungs­wachs­tum ori­en­tiert, anstatt nach dem Wachs­tums­prin­zip der Wirt­schaft. Er begrüßt die Maß­nah­men zur Ener­gie­wen­de, denn die­se haben zu Preis­sen­kun­gen der Wind- und Solar­mo­du­le geführt. Die­se sei­en durch jene För­der­po­li­tik nun auch in Afri­ka erschwing­lich – somit habe Deutsch­land die bes­te Ent­wick­lungs­hil­fe geleis­tet! Für eine erfolg­rei­che Ener­gie­wen­de brau­che es jedoch mehr Ide­en, Mut und Zuver­sicht, die Grü­nen haben dabei durch die Ent­mach­tung der Atom­kraft­wer­ke und För­de­rung der rege­ne­ra­ti­ven Ener­gi­en Rück­grat bewie­sen – dar­um bit­tet er um bei­de Stim­men bei der Land­tags­wahl am 14. Okto­ber.

Olaf Her­mes erklärt, dass die Ener­gie­wen­de in Regens­burg tief­grei­fend ange­nom­men wur­de, denn die Poli­tik habe mit dem Erneu­er­ba­ren Ener­gi­en- Gesetz einen star­ken Anschub gege­ben. So sind 6 Wind­parks ent­stan­den, aller­dings noch vor der 10h- Rege­lung. Auch das Was­ser­kraft­werk in Pfaf­fen­stein trägt zur rege­ne­ra­ti­ven Ener­gie­ver­sor­gung Regens­burgs bei. Momen­tan kom­men bis zu 50 % des Stroms aus erneu­er­ba­ren Ener­gie­quel­len, bis 2022 sind 80 % ange­strebt. Den größ­ten Ener­gie­ver­brauch habe jedoch der Ver­kehr mit 30 % zu ver­zeich­nen, denn der Trend gehe ein­deu­tig Rich­tung Elek­tro­mo­tor. Um die Ener­gie­wen­de erfolg­reich umzu­set­zen, for­dert Olaf Her­mes die Abschaf­fung der 10h-Rege­lung, denn die­se hin­de­re den Aus­bau der Wind­kraft erheb­lich. Bay­ern als Frei­staat möch­te in mög­lichst allen Berei­chen aut­ark orga­ni­siert sein, doch bei der Ener­gie­ver­sor­gung blei­be noch viel zu tun.

Für Susan­ne Horn gibt es das Wirt­schaf­ten nur unter Berück­sich­ti­gung der Umwelt. Lamms­bräu wur­de bereits ab 1984  auf Bio umge­stellt, das bedeu­tet, bio­lo­gisch erzeug­te Inhalts­stof­fe, sowie deren öko­lo­gi­sche Ver­ar­bei­tung. Die Agrar­wen­de spie­le dabei eine essen­ti­el­le Rol­le als Moti­va­ti­on für die Land­wir­te, Umwelt­maß­nah­men zu ergrei­fen. Auch durch die Umstel­lung des Fuhr­parks auf gas­be­trie­be­ne Fahr­zeu­ge hat sie gezeigt, wie viel ein Unter­neh­men für die Umwelt tun kann. Als Geschäfts­füh­re­rin einer Braue­rei liegt ihr eine gute Was­ser­qua­li­tät sehr am Her­zen, denn „das Was­ser ist der wich­tigs­te Roh­stoff!“

Anschlie­ßend eröff­ne­te Maria Simon die Dis­kus­si­ons­run­de. Aus dem Publi­kum wur­den Fra­gen zur Umset­zung der Ener­gie- und Agrar­wen­de gestellt. Dar­auf ant­wor­te­te Lud­wig Hart­mann: „Ein Ener­gie­sys­tem, das auf end­li­chen Roh­stof­fen beruht, hat kei­ne Zukunft!“ Eine Ener­gie­wen­de zu Wind und Son­ne lie­fe­re dage­gen ein Sys­tem mit ver­läss­li­chen Ener­gie­prei­sen. Die Land­wir­te müss­ten am Umwelt- und Tier­schutz inten­si­ver betei­ligt wer­den, durch eine Umstel­lung des Agrar­sys­tems wür­den sowohl Natur­schüt­zer, als auch Ver­brau­cher zufrie­den gestellt. Des Wei­te­ren spricht sich Lud­wig Hart­mann ange­sichts des Arten­ster­bens für eine gift­freie Land­wirt­schaft, sowie ein Arten­schutz­ge­setz aus.

Außer­dem wur­de über Elek­tro­mo­bi­li­tät von der Her­stel­lung bis zum Car­sha­ring, den Ein­griff in die Natur durch rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­ge­win­nung, sowie die „Tank oder Tel­ler“ Fra­ge aus­führ­lich dis­ku­tiert. Allen Betei­lig­ten sagen wir Dan­ke für die Impul­se und die anre­gen­de Dis­kus­si­on.