(CC BY-SA 2.5) von Manuel Strehl

Wird Studium wieder zum Luxus?

Mit­te Okto­ber star­tet an den baye­ri­schen Lan­des­uni­ver­si­tä­ten die Vor­le­sungs­zeit im Win­ter­se­mes­ter. Heu­te stu­die­ren so vie­le jun­ge Men­schen im Frei­staat wie noch nie zuvor. Ange­sichts des­sen hat es die CSU-Staats­re­gie­rung ver­passt, sozia­le Unter­stüt­zung für Stu­die­ren­de in Angriff zu neh­men, mei­nen die Grünen.

Wäh­rend die Stu­die­ren­den­zah­len stei­gen, sta­gnie­ren die Gel­der für die sozia­le Flan­kie­rung schwä­cher gestell­ter Stu­die­ren­der“, meint Ste­fan Chris­toph, Vor­sit­zen­der der Regens­bur­ger Grü­nen. Stu­di­en­ab­bre­cher­zah­len spre­chen hier eine ganz kla­re Spra­che: Bera­tung – noch vor Stu­di­en­be­ginn – und sozia­le Unter­stüt­zung könn­ten die Abbre­cher­zah­len dras­tisch sen­ken. Doch wäh­rend Staats­mi­nis­ter Lud­wig Spa­en­le sich nun auf die Fah­nen schreibt, mit obli­ga­to­ri­schen Stu­di­en­ori­en­tie­rungs­ver­fah­ren für Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber das All­heil­mit­tel gefun­den zu haben, blei­ben die Stu­den­ten­wer­ke, die für die Bera­tung Stu­die­ren­der eben­so wie den sozia­len Woh­nungs­bau zustän­dig sind, chro­nisch unterfinanziert.

Über 31.000 Stu­die­ren­den in Regens­burg stün­den dabei nur drei­ein­halb­tau­send öffent­lich geför­der­te Wohn­heim­plät­ze gegen­über. „Viel zu weni­ge“, meint Chris­toph. „Die Zah­len sta­gnie­ren, ja sin­ken zum Teil sogar von Jahr zu Jahr, wäh­rend die Stu­die­ren­den­zah­len steigen.“

Vere­na Osgyan, hoch­schul­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Grü­nen im Baye­ri­schen Land­tag, sagt: „Wäh­rend die Zahl der Stu­die­ren­den seit 2008 bay­ern­weit um mehr als 120.000 ange­stie­gen ist, lie­gen die staat­li­chen Zuschüs­se für die Stu­den­ten­wer­ke im aktu­el­len Haus­halts­ent­wurf der CSU-Staats­re­gie­rung noch unter dem Betrag von 2005“, so Vere­na Osgyan. „Die stei­gen­den Stu­die­ren­den­zah­len müss­ten eigent­lich mit einer deut­li­chen Erhö­hung der Zuschüs­se für die Stu­den­ten­wer­ke ein­her­ge­hen.“ Die Ant­wort der Staats­re­gie­rung auf eine Anfra­ge der Abge­ord­ne­ten Vere­na Osgyan zeigt, dass das Niveau von 2005 nach mas­si­ven Kür­zun­gen (2010: 7.163.932 Euro) noch immer nicht erreicht ist (Drs. 178074). Des­we­gen for­dern die Grü­nen in den aktu­el­len Haus­halts­ver­hand­lun­gen im Land­tag eine Auf­sto­ckung der Zuschüs­se, die für die wirt­schaft­li­che und sozia­le Infra­struk­tur gera­de finan­zi­ell oder sozi­al schwä­che­rer Stu­die­ren­der gedacht sind.