AKTEN.EINSICHT – Lesung mit Christina Clemm

View Calen­dar
25/11/2020 20:0022:00
Lesung anläss­lich des inter­na­tio­na­len Tages gegen Gewalt an Frau­en mit Autorin und Straf­rechts­an­wäl­tin Chris­ti­na Clemm.
Gewalt gegen Frau­en ist ein all­täg­li­ches Phä­no­men, auch wenn sie nur sel­ten öffent­lich wird. Nach den neu­es­ten Zah­len des BKA ist jede drit­te Frau in Deutsch­land von phy­si­scher und/oder sexua­li­sier­ter Gewalt betrof­fen. In Regen­burg ent­lud sich erst im Okto­ber wie­der das trau­ri­ge Ende die­ser Gewalt: Am 8.10. töte­te ein Mann sei­ne Part­ne­rin; Im Regens­bur­ger Umland am 10. Novem­ber. Ver­schie­de­ne Grup­pen machen seit lan­gem auf phy­si­sche und psy­chi­sche Gewalt in Form von Femi­zi­den, Stal­king oder All­tags­se­xis­mus gegen Frau­en auf­merk­sam. Dabei wird immer wie­der betont, was eigent­lich schon lan­ge bekannt ist: Für eine von Gewalt betrof­fe­ne Frau ist es oft ein lan­ger Weg, bis sie es ent­we­der schafft, sich zu befrei­en oder… stirbt.
Expert*innen gehen davon aus, dass die Coro­na-Kri­se die­se – wie auch ande­re – gesell­schaft­li­che Schief­la­gen auf grau­sa­me Wei­se ver­stärkt. Wenn Schu­len und Kitas schlie­ßen, wenn Men­schen ins Home Office oder in Kurz­ar­beit geschickt oder von Arbeits­lo­sig­keit bedroht wer­den, wenn ein Groß­teil der sozia­len Kon­tak­te weg­fal­len, steigt das Kon­flikt­po­ten­ti­al zu Hau­se. Expert*innen war­nen vor dem Anstieg von häus­li­cher Gewalt (gegen­über allen vul­nerablen Grup­pen) in der Coro­na-Kri­se. Hilfs­an­ge­bo­te kön­nen nur begrenzt und auf Abstand statt­fin­den. Um den Blick für die­se Unge­rech­tig­kei­ten zu schär­fen, wol­len wir uns mit ver­schie­de­nen Geschich­ten von Gewalt, Ent­wür­di­gung und Ent­rech­tung von Frau­en aus­ein­an­der­set­zen.
Anläss­lich des Inter­na­tio­na­len Tages gegen Gewalt an Frau­en liest die Straf­rechts­an­wäl­tin Chris­ti­na Clemm aus ihrem Buch „Akten­Ein­sicht“. Es erzählt Geschich­ten von Frau­en, die kör­per­li­cher und sexua­li­sier­ter Gewalt aus­ge­setzt waren, und ver­mit­telt einen Ein­blick in die Arbeit von Jus­tiz und Poli­zei.
Es wird wäh­rend und nach der Lesung Zeit geben, der Autorin Fra­gen zu stel­len: Zu ihrer Erfah­rung in der Arbeit mit Frau­en mit Gewalt­er­fah­rung, zu dem Vor­ge­hen von Jus­tiz und Poli­zei und mög­li­chen Wegen, dem Gan­zen zu begeg­nen.
Die Ver­an­stal­tung wird mode­riert von The­re­sa Eber­lein, Stadt­rä­tin und Mit­glied des Stadt­vor­stands der Regens­bur­ger Grü­nen.
Zur Autorin: Chris­ti­na Clemm arbei­tet als Straf­ver­tei­di­ge­rin und als Neben­klagevertreterin von Opfern sexua­li­sier­ter und ras­sis­tisch moti­vier­ter Gewalt. Sie ist Fach­an­wäl­tin für Straf­recht und Fami­li­en­recht in Ber­lin und war Mit­glied der Exper­ten­kom­mis­si­on zur Reform des Sexu­al­straf­rechts des BMJV.