Klimaneutralität für Regensburg, Anbieter aus der Region nutzen

Die Grü­nen for­dern Kli­ma­neu­tra­li­tät der Stadt bis 2030 / Besich­ti­gung eines Anbie­ters von Power-to-Gas-Anla­gen in Schwan­dorf / Regio­na­le Wirt­schaft im Bereich erneu­er­ba­re Ener­gi­en stär­ken statt fos­si­ler Ener­gie­trä­ger

Zwei Arbeits­krei­se der Grü­nen in Regens­burg haben die micro­bEner­gy GmbH in Schwan­dorf besucht, um sich über die Tech­nik der Methan­her­stel­lung aus rege­ne­ra­ti­vem Strom zu infor­mie­ren. Das Unter­neh­men hat eine Tech­nik ent­wi­ckelt, um mit­tels bestimm­ter Arten von Mikro­or­ga­nis­men aus Was­ser­stoff, der mit rege­ne­ra­ti­vem Strom durch Elek­tro­ly­se her­ge­stellt wird, und Koh­len­stoff­di­oxid Methan zu erzeu­gen. Die­ses Methan kann unmit­tel­bar in das Erd­gas­netz ein­ge­speist wer­den. „Durch die Metha­ni­sie­rung wird Strom in Gas umge­wan­delt, das sich damit im Grun­de belie­big lan­ge spei­chern lässt“, so Dr. Doris Schmack, Geschäfts­füh­re­rin der micro­bEner­gy GmbH und Kan­di­da­tin auf Platz 1 der Grü­nen in Lap­pers­dorf und auf Platz 11 für die Grü­nen für den Regens­bur­ger Kreis­tag. 

Power-to-Gas ist ein Bau­stein, den wir auf dem Weg zur Kli­ma­neu­tra­li­tät der Stadt mit gro­ßer Sicher­heit ein­set­zen wer­den“, so Anna Hop­fe, Lis­ten­kan­di­da­tin auf Platz 3 der Regens­bur­ger Grü­nen mit Schwer­punkt Umwelt und Kli­ma. „Regens­burg erzeugt allei­ne 82 % der Wär­me­en­er­gie aus Erd­gas. Rege­ne­ra­tiv erzeug­tes Methan statt fos­si­lem Erd­gas ein­zu­set­zen, hät­te den Vor­teil, abso­lut nichts an der gesam­ten Infra­struk­tur der Gas­ver­sor­gung in der Stadt ändern zu müs­sen“, so Hop­fe wei­ter.

Kli­ma­neu­tra­li­tät ist eine Auf­ga­be, die vor allem auf den Schul­tern der Kom­mu­nen las­tet“, so Ste­fan Chris­toph, Ober­bür­ger­meis­ter­kan­di­dat und Stadt­vor­sit­zen­der der Grü­nen, das müs­se man sich bewusst machen. „Es geht dar­um, unse­re Lebens­grund­la­gen zu schüt­zen“, so Chris­toph wei­ter. Dies dür­fe man nicht unter­schät­zen: „Man muss die Berei­che Ver­kehr, Strom und Wär­me im Zusam­men­hang sehen, um die­se Genera­tio­nen­auf­ga­be meis­tern zu kön­nen“, führt Chris­toph wei­ter aus. „Zusam­men mit der For­schung, das heißt der spe­zi­el­len Exper­ti­se an den Hoch­schu­len und der loka­len Wirt­schaft, haben wir hier die bes­ten Vor­aus­set­zun­gen. Das soll­ten wir nut­zen und aus­bau­en“, so Ste­fan Chris­toph. 

Die micro­bEner­gy GmbH baut gera­de in der Schweiz eine kom­mer­zi­el­le Anla­ge. In Deutsch­land gebe es bis­her nur Demons­tra­ti­ons­an­la­gen, so Dr. Schmack, die Geschäfts­füh­re­rin. „Das liegt an der Beson­der­heit, dass für Power-to-Gas hier alle Gebüh­ren, Steu­ern und Umla­gen anfal­len, die für Strom zu ent­rich­ten sind. Das macht das Gas bis­her am Ende fast unbe­zahl­bar teu­er“, so Dr. Schmack wei­ter. Es han­de­le sich hier aber nur um gesetz­li­che Bestim­mun­gen, die die Bun­des­re­gie­rung jedoch in der lau­fen­den Legis­la­tur­pe­ri­ode nicht mehr ändern wol­le. „So kön­nen wir prak­tisch kei­ne Kun­den in Deutsch­land fin­den, mit denen wir eine sol­che Anla­ge auf­bau­en kön­nen“, erläu­tert Dr. Schmack, und: „Wir haben aber eine Tech­nik, die sich aus­ge­spro­chen gut eig­net, um der Kli­ma­kri­se zu begeg­nen, und zwar mit einem Ver­fah­ren, das wir hier vor Ort ent­wi­ckelt haben.“ 

Die Grü­nen im Bun­des­tag haben die­ses Pro­blem erkannt und arbei­ten der­zeit an einem ent­spre­chen­den Antrag zur Gas­wen­de. „Wenn wir die Pari­ser Kli­ma­zie­le ein­hal­ten wol­len, dann muss Schwarz-Rot der viel­ver­spre­chen­den Power-to-Gas-Tech­no­lo­gie als maß­geb­li­chen Lie­fe­ran­ten grü­nen Gases auch zur schnel­len Markt­rei­fe ver­hel­fen. Es darf nicht sein, dass wir hier­zu­lan­de die Tech­no­lo­gie zwar ent­wi­ckeln, aber nicht die indus­trie­po­li­ti­sche Chan­cen begrei­fen und über eini­ge Pilot­an­la­gen hin­aus­kom­men“,  so der Regens­bur­ger Grü­nen Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­fan Schmidt.

Ste­fan Chris­toph führt dazu aus: „Wir haben hier auf dem Weg zur Kli­ma­neu­tra­li­tät die Mög­lich­keit, auf Pro­zes­se und Fir­men zu set­zen, die bei uns in der Regi­on ange­sie­delt sind und damit hier unse­re Wirt­schaft zu stär­ken. Wir soll­ten unse­re Mit­tel lie­ber hier vor Ort inves­tie­ren und Know-How für den Welt­markt schaf­fen, als wei­ter fos­si­les Gas und Öl von Staa­ten mit frag­wür­di­gen Herr­schafts­for­men und pro­ble­ma­ti­scher Men­schen­rechts­si­tua­ti­on ein­zu­kau­fen. Das ist jetzt bei der Kom­mu­nal­wahl die Ent­schei­dung: Wenn wir die Mehr­hei­ten bekom­men, um die Auf­ga­be anzu­ge­hen, kön­nen wir Hand­lungs­druck erzeu­gen, mit dem über­re­gio­nal Hin­der­nis­se besei­tigt wer­den.“

Über micro­bEner­gy­Die micro­bEner­gy GmbH ent­wirft maß­ge­schnei­der­te Kon­zep­te für Unter­neh­men der Ener­gie­wirt­schaft, deren Fokus auf einer rege­ne­ra­ti­ven und dezen­tra­len Ener­gie­ver­sor­gung liegt. Hier­bei kon­zen­triert sich das Viess­mann Grup­pen­un­ter­neh­men auf die Umwand­lung von Was­ser­stoff in Methan, das im Erd­gas­netz gespei­chert wer­den kann. Mit der mehr­fach aus­ge­zeich­ne­ten Ver­fah­rens­ent­wick­lung der bio­lo­gi­schen Metha­ni­sie­rung in einer Power-to-Gas-Anla­ge hat micro­bEner­gy ein markt­rei­fes Pro­dukt für die Ener­gie­wen­de ent­wi­ckelt.