Verkehrsberuhigung in der Altstadt

Beschluss der Stadt­ver­samm­lung vom 27. April 2018:

Die Regens­bur­ger Alt­stadt ist geprägt von einer gro­ßen Nut­zungs­viel­falt:

  • Wohn­ort für ca. 15.000 Men­schen.
  • Tou­ris­ten­ma­gnet
  • Ein bun­ter und noch gut funk­tio­nie­ren­der Ein­kaufs­stand­ort
  • Über 700 gas­tro­no­mi­sche Betrie­be

Die­se Viel­falt sorgt dafür, dass die Alt­stadt Tag und Nacht leben­dig ist. Unter­schied­lichs­te Inter­es­sen müs­sen dafür immer wie­der in Ein­klang gebracht wer­den, auch in Fra­gen der Mobi­li­tät.

Wenn im Fol­gen­den von Alt­stadt oder Innen­stadt die Rede ist, wird auf die Erläu­te­rung in der Fuß­no­te ver­wie­sen.

Die urba­ne Mobi­li­tät der Zukunft ist eine, in der das Auto kei­ne Haupt­rol­le mehr spielt.

Unser Grü­nes Ziel ist nach­hal­ti­ge und nutzer*innenfreundliche Mobi­li­tät statt immer mehr moto­ri­sier­ten Indi­vi­du­al­ver­kehrs (MIV). Wir wol­len bes­se­re und siche­re Fuß- und Rad­we­ge. Wir wol­len mehr Räu­me zum Leben. Räu­me, die sich die Men­schen aneig­nen kön­nen, die ohne Auto anders wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen und die Lebens­qua­li­tät erhö­hen.

In Regens­burg wol­len wir den Anteil des Auto­ver­kehrs zu Guns­ten umwelt­freund­li­cher Mobi­li­tät spür­bar ver­rin­gern. Ziel ist es, bis 2021 den MIV aus der Innen­stadt her­aus­zu­be­kom­men mit streng regu­lier­ten Aus­nah­men ( z.B. für eine inklu­si­ve gesell­schaft­li­che Teil­ha­be).

 

Funk­tio­nen von Plät­zen und Stra­ßen ver­än­dern

Die innen­städ­ti­schen öffent­li­chen Park­häu­ser und Tief­ga­ra­gen wer­den ver­stärkt in Bewohner*innenparkhäuser aus­ge­stat­tet.

Freie Flä­chen, die durch Redu­zie­rung von Park­plät­zen gewon­nen wer­den, sol­len in behin­der­ten­ge­rech­te Park­plät­ze in aus­rei­chen­dem Maße und sonst in öffent­li­chen Raum mit höhe­rer Auf­ent­halts­qua­li­tät umge­wan­delt wer­den.

Die ÖPNV-Anbin­dung der außer­halb der Alt­stadt gele­ge­nen Park­plät­ze soll opti­miert wer­den.

Kos­ten­lo­ses Par­ken in der Alt­stadt darf es nicht mehr geben. Sowohl die Gebüh­ren für Bewohner*innenparkausweise als auch die für stünd­li­ches Par­ken auf öffent­li­chen Plät­zen müs­sen im Rah­men der gesetz­li­chen Höchst­gren­zen deut­lich ange­ho­ben wer­den.

Car­sha­ring­plät­ze sind in aus­rei­chen­der Anzahl vor­zu­se­hen.

Die Zonen für Fußgänger*innen müs­sen aus­ge­wei­tet wer­den. Dazu sol­len Wohn­ver­kehrs­stra­ßen (z. B. Gesand­ten­stra­ße, Lud­wig­stra­ße, Neu­pfarr­platz, Goli­ath­stra­ße) in ent­spre­chen­de Zonen umge­wan­delt wer­den.

Bis­her frei befahr­ba­re Plät­ze und Stra­ßen (z. B. Dom­platz, Ober­müns­ter­vier­tel, Emmer­ams­platz, Peters­weg (west­lich des Park­hau­ses), Alter Korn­markt, Wei­ße-Hah­nen-Gas­se, Brix­ner Hof, Schäff­ner­stra­ße) müs­sen in Wohn­ver­kehrs­stra­ßen oder wenn mög­lich in Fußgänger*innenzonen umge­wan­delt wer­den.

Für die Nut­zungs­viel­falt der Alt­stadt muss ein öko­lo­gi­sches Belie­fe­rungs­sys­tem ent­wi­ckelt wer­den, dass die Zahl der Fahr­ten in die Alt­stadt ver­rin­gert und trotz­dem die Ver­sor­gung sicher­stellt.

Dem Durch­gangs­ver­kehr in der Innen­stadt ist ein Rie­gel vor­zu­schie­ben.
Um dies zu gewähr­leis­ten, sol­len Absper­run­gen instal­liert wer­den, sofern es zuläs­sig und tech­nisch mach­bar ist.

 

Fuß- und Rad­ver­kehr und den ÖPNV stär­ken

Der Fahr­rad­ver­kehr soll durch den wei­te­ren Aus­bau von Fahr­rad­ab­stell­plät­zen gestärkt wer­den. Wir unter­stüt­zen die zeit­na­he Ein­füh­rung eines geplan­ten flä­chen­de­cken­den, stadt­wei­ten Fahr­rad­ver­leih­sys­tems, inkl. Lasträn­der. Der Rad­ver­kehrs­we­ge­plan ist strin­gent umzu­set­zen.

In der Alt­stadt sind prio­ri­tär im Bereich Dach­au­platz, der D-Mar­tin-Luther-Stra­ße und bei Ein­bahn­stra­ßen, die bis­her nicht für den Fahr­rad­ge­gen­ver­kehr geöff­net sind, ent­spre­chen­de Maß­nah­men zu ergrei­fen.

Die Mar­kie­rung von Fuß- und Rad­we­gen und Über­gän­gen für Fußgänger*innen soll opti­miert wer­den. Ampel­ge­schal­te­te Über­we­ge sol­len -wenn mög­lich- in Zebra­strei­fen oder ande­re Fußgänger*innenübergänge umge­stal­tet wer­den. Bestehen­de Hin­der­nis­se für Fußgänger*innen sol­len ent­fernt wer­den (z.B. Ket­ten Alter Korn­markt).

Eine durch­ge­hen­de Ampel­vor­rang­schal­tung für Bus­se gegen­über MIV muss in der Alt­stadt ein­ge­rich­tet oder aus­ge­baut wer­den.

Zudem ist es not­wen­dig, den gesam­ten ÖPNV in Regens­burg auf öko­lo­gi­sche und nach­hal­ti­ge Tech­nik umzu­stel­len und nach Wie­ner Vor­bild kos­ten­güns­tig und –wenn finan­zi­ell mög­lich- für bestimm­te Per­so­nen­grup­pen auch kos­ten­los anzu­bie­ten.

Die Lini­en­füh­rung und Tak­tung des ÖPNV gilt es zu opti­mie­ren sowie das Nacht­bus­an­ge­bot zu erwei­tern.

 

Umset­zung und Ein­hal­tung

Die Ein­hal­tung der Ver­kehrs­re­geln muss durch den Über­wa­chungs­dienst bes­ser als bis­her kon­trol­liert wer­den.

Die Stadt Regens­burg ist auf­ge­ru­fen, die genann­ten Punk­te zur erheb­li­chen Ver­kehrs­be­ru­hi­gung zu über­prü­fen, mit allen Betei­lig­ten für die Regens­bur­ger Alt­stadt zu dis­ku­tie­ren und umzu­set­zen. Alle gewünsch­ten Ände­run­gen sind bei ihrer Umset­zung auf ihre Sozi­al­ver­träg­lich­keit zu prü­fen.

 

Erläu­te­rung Begriff Altstadt/Innenstadt:

Nörd­li­ches Ufer des Donaunordar­mes ab der Wehr­brü­cke bis in Höhe des Unte­ren Wöhrd – Ver­län­ge­rung zum Süd­ufer des süd­li­chen Donau­ar­mes – Donausüd­ufer bis zur Ost­gren­ze des Vil­la­parks – Vil­la­stra­ße – Adolf-Schmet­zer-Stra­ße – Gabels­ber­ger­stra­ße – Stern­berg­stra­ße bis zur Stern­berg­un­ter­füh­rung – Frie­dens­str. bis zur Kumpf­müh­ler Brü­cke – Kumpf­müh­ler Stra­ße – Fürst-Anselm-Allee – Platz der Ein­heit – Pre­brunn­al­lee – west­li­che Begren­zung des Her­zog­parks – Donausüd­ufer bis zur Stau­stu­fe Regens­burg – Wehr­brü­cke bis zum Donaunordarm